Fortbildungen für kommunale Beschäftigte

Die speziell für kommunale Beschäftigte entwickelte Fortbildung „Funktionale Analphabet/-innen erkennen, ansprechen, informieren“ gibt Sicherheit, wie man Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten begegnen kann. Sie kann je nach Zielgruppe und verfügbarer Zeit flexibel zusammengesetzt werden. Sinnvoll ist, dafür einen halben Tag einzuplanen.
Einen ersten Einstieg ins Thema bieten drei aufeinander aufbauende Erklärfilme von je ca. 3:30 Minuten Länge. Das Konzept steht Ihnen hier frei zur Durchführung in Ihrer Kommune zur Verfügung.

Nutzen der Fortbildung

Kommunale Beschäftigte, die für das Thema funktionaler Analphabetismus sensibel sind, können dafür Öffentlichkeit und Bewusstsein schaffen, eventuell Menschen, die wenig lesen und schreiben können ansprechen und im besten Fall in Beratungs- und Lernangebote vermitteln. Das kann im Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern sein (zum Beispiel im Jobcenter, Bürger- oder Sozialamt oder in der städtischen Kita) oder unter den Kolleginnen und Kollegen selbst. So gelten zum Beispiel Reinigungskräfte, Hausmeisterinnen oder Gärtner als stark betroffene Berufsgruppen (s.a. Berufliche Folgen).

Organisation der Fortbildung in Ihrer Kommune

1) Kommunale Arbeitgeber gewinnen

Wer Fortbildungen zum Thema funktionaler Analphabetismus in seiner Kommune etablieren möchte, sollte zuerst die Menschen an der Spitze der kommunalen Hierarchien mit ins Boot holen. Sie können Räume bereitstellen, Mitarbeiter/-innen für die Fortbildung freistellen oder generell ihre Unterstützung aussprechen.
Um Personen in kommunalen Schlüsselpositionen (wie etwa Amtsleiter/-innen, Bürgermeister/-innen, Personalverantwortliche, Personalrat) für das Anliegen zu gewinnen, sollte den Entscheider/-innen am besten im Rahmen eines persönlichen Gesprächs vermittelt werden, dass das Thema für die Arbeit ihrer Mitarbeiter/-innen relevant sein kann, sowohl im Kontakt mit Dritten als auch in den eigenen Reihen. Hier braucht es Fingerspitzengefühl: Arbeitgeber/-innen wollen selten wahrhaben, dass in ihrem Unternehmen/ihrer Kommune auch Menschen arbeiten, die kaum lesen und schreiben können. Hinweise zur Überzeugung von Entscheidungsträgern finden Sie in der Handreichung (hier und hier).

Als kompakter Gesprächseinstieg bietet sich der Kurzclip an. Um einen größeren Adressatenkreis zu erreichen, können Sie auch eine Informationsveranstaltung durchführen (zum Beispiel mit Hilfe der Bausteine 1 und 2 des Fortbildungskonzeptes) oder einen Flyer zur Bewerbung verwenden.

2) Zielgruppe: Für wen eignet sich die Fortbildung?

Grundsätzlich ist das Thema für alle Mitarbeiter/-innen der Kommune mit Bürgerkontakt interessant. Das Fortbildungskonzept kann vom Trainer/der Trainerin individuell auf die Teilnehmenden zugeschnitten werden. Außerdem gibt es drei fertige Varianten, die speziell auf die Bedarfe von Mitarbeiter/-innen in Kitas und Schulen, dem Jobcenter oder der kommunalen Abfallwirtschaft ausgelegt sind.

Damit die Teilnehmenden das Gelernte im Arbeitsalltag auch umsetzen können, bietet ihr Arbeitsplatz idealerweise folgende Bedingungen:

  • (Lese- oder Schreib-)Situationen, in denen eine betroffene Person erkannt werden kann
  • Nach Möglichkeit längerfristige Kontakte mit Bürger/-innen, die ein vertrautes Verhältnis schaffen
  • Die Möglichkeit, ein Gespräch unter vier Augen zu führen
  • Anerkennung von Grundbildung als Querschnittsaufgabe des Arbeitgebers

3) Trainerinnen und Trainer gewinnen

Als Trainerinnen und Trainer eignen sich erfahrene Dozenten aus dem Bereich der Grundbildungs- und Alphabetisierungsarbeit, da sie während der Fortbildung immer wieder von Erfahrungen aus ihrer eigenen praktischen Arbeit berichten können. Sie sollten das Fortbildungskonzept jeweils auf die Zielgruppe und die verfügbare Zeit anpassen.

Im Projekt AlphaKommunal wurden deutschlandweit Trainerinnen und Trainer zur Durchführung der Fortbildung ausgebildet. Die Kontakte zu qualifizierten und erfahrenen Trainern erhalten Sie über das Team AlphaKommunal - Transfer.

4) Räumlichkeiten finden

Geeignete Räume für die Größe der Teilnehmerrunde müssen gefunden werden. Ein Seminarraum mit Leinwand, Beamer und Internetzugang ist dabei ausreichend.

5) Materialien

Alle Unterlagen stehen Ihnen zum kostenlosen Download bereit.

Bundesministerium für Bildung und Forschung
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