Öffentlichkeitsarbeit in der Kommune

Gute Öffentlichkeitsarbeit zur kommunalen Grundbildungsplanung trägt dazu bei, Verständnis in der Bevölkerung zu schaffen, Erwachsene, die nicht gut lesen und schreiben können, weniger auszugrenzen und Teilnehmende für Grundbildungsangebote zu gewinnen.

Der Artikel stellt verschiedene Formate kurz vor, die – abhängig von den zeitlichen Ressourcen der verantwortlichen Person(-en) und den finanziellen Möglichkeiten – in einem Mix realisiert werden können.

Veranstaltungen und Aktionstage – Gestaltung eines Weltalphatages

Veranstaltungen erfordern einige Vorbereitung, können aber eine große Öffentlichkeit erreichen – einerseits über das anwesende Publikum, andererseits über das Medienecho. Empfehlenswert ist es, eine Veranstaltung an einem Aktionstag wie zum Beispiel dem Tag des Buches am 23. April, dem Weltalphabetisierungstag am 8. September oder dem bundesweiten Vorlesetag am 15. November durchzuführen. Mögliche Ideen und Aktionen zur Gestaltung eines Aktionstages:

  • Präsentation eines Films und anschließende Diskussion in Kooperation mit einem Kino vor Ort. Geeignete Filme sind zum Beispiel „Der Vorleser“, „Unbelehrbar“ oder „Das Labyrinth der Wörter“.
  • Organisation einer Lesung mit einer prominenten Person. Geeignete Texte sind z.B. „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson, „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink oder Texte von Kursteilnehmenden.

Download: Checkliste zur Organisation eines Weltalphatages

Flyer und Infobroschüren

Diese Formate bieten etwas zum Hingucken und Anfassen und machen das Thema im öffentlichen Raum der Kommune sichtbar und greifbar. Bürger können Flyer und Infobroschüren, die an zentralen öffentlichen Orten (wie zum Beispiel der Stadt- oder Kreisverwaltung, Arztpraxen oder dem Rathaus) ausliegen, mitnehmen oder – gerade an Orten, an denen sie warten müssen, – direkt lesen.

Ein Flyer bietet kurz und übersichtlich die wichtigsten Fakten und zeigt, wo man sich weiter informieren kann. Folgende Inhalte sollte ein Flyer unbedingt enthalten: Eine Definition von funktionalem Analphabetismus, Fakten zum Grundbildungsbedarf in der eigenen Region, einen Hinweis auf Lernangebote in der Stadt/im Kreis sowie eine Ansprechperson mit Kontaktdaten bei Fragen.

Eine ausführliche Infobroschüre kann zusätzliche Hintergrundinformationen zu betroffenen Berufsgruppen, Ursachen oder den Alpha-Levels aufnehmen. Sie kann Interviews mit Bürgermeisterinnen oder anderen lokalen prominenten Unterstützern bieten und ausführliche Informationen zur Ansprache von betroffenen Personen. Beispiele für gelungene Infobroschüren finden sich in der Randspalte.

Zusammenarbeit mit Medien: Radio, Fernsehen, Presse

Beiträge in Radio und Fernsehen erreichen auch Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können, direkt. Dennoch ist gerade im kommunalen Umfeld eine Zusammenarbeit mit der lokalen Presse sehr wichtig, da die meisten Menschen sich über Ereignisse vor Ort weiterhin durch die Lokalzeitungen informieren.  Grundsätzlich stößt das Thema bei Medienvertretern auf Interesse, weil es für viele neu ist. Wenn das Thema schon bekannt ist, sind auch die oben genannten Aktionstage immer wieder ein guter Anlass, einen Artikel zu platzieren.

Pressemeldungen versenden

Vor einem Aktionstag sollten die Medienvertreterinnen per E-Mail informiert werden. Die E-Mail enthält die Eckdaten, den Ablauf, die Ziele der Veranstaltung und zentrale Botschaften. Im Anhang können detaillierte Hintergrundinformationen und professionelle Fotos dargestellt werden. Am besten sendet man die E-Mail circa eine Woche vor Beginn der Aktion, nach einer telefonischen Einladung. Kleine Mitteilungsblätter, die gerade im ländlichen Raum verbreitet sind, erscheinen manchmal nur alle acht Wochen. Dementsprechend früh muss eine Ankündigung gesendet werden. Wichtiges sollte vorne im Text stehen, weniger wichtiges hinten, da am Ende hin und wieder gekürzt wird.

Um Artikel interessant zu gestalten, wünschen sich Pressevertreter oft O-Töne von Kursteilnehmenden. Tipps für den Umgang finden sich im folgenden Dokument:

Download: Kursteilnehmende in der Öffentlichkeitsarbeit

Prominente Unterstützer für Grundbildung

Eine prominente Person zieht Aufmerksamkeit und kann dadurch Interesse wecken. Sie kann an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen teilnehmen, Interviews geben oder für Fotokampagnen zur Verfügung stehen. Bei der Auswahl der Person ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie auf authentische Art hinter dem Thema steht, eine regional bekannte Persönlichkeit ist und auch ausreichend Zeit hat, sich für das Thema einzusetzen.

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