Berufliche Folgen

Knapp 57% der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten gehen einer Erwerbstätigkeit nach.[1] Sie haben im Vergleich zur restlichen Bevölkerung schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, denn gravierende Lese- und Schreibschwierigkeiten erschweren oft schon den Berufseinstieg. Auf dem Arbeitsmarkt hat man heute schlechtere Chancen als noch vor einigen Jahren, denn viele einfache Tätigkeiten sind durch Automatisierung und Rationalisierung weggefallen. Auch bei Einfacharbeitsplätzen steigen die schriftlichen Anforderungen (zum Beispiel Dokumentationspflichten, Arbeitsanweisungen am Bildschirm, Warenverwaltung am PC).[2] Kaum lesen und schreiben zu können, bedeutet für viele, dass sie auf berufliche Fortbildungen verzichten, bei denen diese Tatsache auffallen könnte.

Die leo.-Studie belegt dies mit Zahlen: Funktionale Analphabeten haben häufiger (zu fast 44%) keine berufsqualifizierende Ausbildung als der Bevölkerungsdurchschnitt (24% ohne berufsqualifizierenden Abschluss).[3] Der Anteil funktionaler Analphabetinnen am Berufsvorbereitungsjahr beträgt 31,5%, am Berufsgrundbildungsjahr 30,7%. Besonders viele arbeiten in sogenannten Einfach-Branchen zum Beispiel als Bauhilfsarbeiter, Reinigungspersonal, Maschinenführer, Fahrzeugführer, Hausmeister, Gärtner oder Köche. [4]


     [1] Grotlüschen, Anke/Riekmann, Wibke (Hrsg.) (2012): Funktionaler Analphabetismus in Deutschland. Ergebnisse der ersten leo. – Level-One Studie. Reihe: Alphabetisierung und Grundbildung, hrsg. vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e. V., Münster: S. 34.

     [2] vgl. Kuhn-Bösch, Andrea/von Rosenstiel, Tatjana (2010): Alpha-Scout. Handreichung. Konzeptionelle Grundlagen und praktische Umsetzung an der Münchner Volkshochschule, hrsg. von der Münchner Volkshochschule GmbH, S. 40.

     [3] Vgl. Grotlüschen, Anke/Riekmann, Wibke/Buddeberg, Klaus (2012): leo.-News 2012, Universität Hamburg, S. 12. Online verfügbar unter URL: blogs.epb.uni-hamburg.de/leo/files/2013/09/Brosch%C3%BCre_leo-News_2012.pdf (Stand: 05/2016).

     [4] Grotlüschen, Anke/Riekmann, Wibke (Hrsg.) (2012): Funktionaler Analphabetismus in Deutschland. Ergebnisse der ersten leo. – Level-One Studie. Reihe: Alphabetisierung und Grundbildung, hrsg. vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e. V., Münster: S. 146. 


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