Umfeldstudie

Im Fokus der „Umfeldstudie“ (Studie zum mitwissenden Umfeld funktionaler Analphabetinnen und Analphabeten) stehen Personen, die funktionale Analphabetinnen und Analphabeten kennen. Sogenannte „Mitwissende“ können Familienangehörige, Personen aus dem Arbeitsumfeld, der Nachbarschaft oder aus dem Freundes- und Bekanntenkreis sein. Im Fokus der Studie standen der Umfang, die verschiedenen Arten des Mitwissens und inwiefern sie Personen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben unterstützen.

2015 wurden die Resultate veröffentlicht und verschiedene Typen von Mitwisserschaft identifiziert (zum Beispiel tabuisierend, pragmatisch, kümmernd, verunsichert, entfernt). Die meisten Mitwissenden finden sich im Freundes- und Bekanntenkreis (38,5%) und im beruflichen Feld (27,9%), in dem relativ offen und pragmatisch mit der Thematik umgegangen wird. In der Familie ist jedoch häufig ein durch Tabu bedingtes Schweigen zu beobachten.

Außerdem zeigen die Daten, dass ein offener Umgang meistens auch zu irgendeiner Form von Unterstützung führt (Abnehmen von Aufgaben, gemeinsames Lernen), aber auch ohne Gespräch ist Unterstützung möglich. Hinweise auf Kurse geben jedoch nur eine Minderheit der Mitwissenden, obwohl den meisten bekannt ist, dass es diese Lernmöglichkeiten für Erwachsene gibt. Gründe dafür sind zu wenige Informationen über die Möglichkeiten und die Vermutung, dass den Betroffenen die Angelegenheit nicht wichtig genug ist.
Durchgeführt wurde die Studie von der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Dr. Wibke Riekmann und Klaus Buddeberg. Erhebungsgrundlage waren ein qualitativer und ein quantitativer Teil, deren Resultate für Hamburg repräsentativ sind.

Auf der Website Universität Hamburg stehen das Presseheft sowie weiter Informationen zur Studie.