Ergebnisse des Projektes AlphaKommunal – Kommunale Strategie für Grundbildung

Kurzinfo

Von Oktober 2012 bis September 2015 erprobte das Projekt AlphaKommunal des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunktes „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“ Strategien, um das Thema Grundbildung in die Öffentlichkeit zu tragen und Teilnehmende für Grundbildungskurse zu gewinnen.

Dabei kooperierten Volkshochschulen und Kommunen an drei Modellstandorten:

  • Landkreis Uelzen
  • Potsdam
  • Kaiserslautern

Seit Oktober 2015 baut das Projekt AlphaKommunal-Transfer auf den erreichten Ergebnissen auf und implementiert diese in Modell-Regionen im gesamten Bundesgebiet.

Bildergalerie

  • In Kaiserslautern macht ein Bus Werbung für Grundbildung. Foto: VHS Kaiserslautern
    In Kaiserslautern macht ein Bus Werbung für Grundbildung. Foto: VHS Kaiserslautern
  • Der Landrat Dr. Heiko Blume eröffnet die Ausstellung „Lesen und Schreiben. Mein Schlüssel zur Welt“ zum Weltalphatag in Kreisverwaltung Uelzen. Foto: Martin Theine/Landkreis Uelzen
    Landrat Dr. Heiko Blume
  • Der Fußballer Horst Hrubesch unterstützt die Uelzener Kampagne „Mit Lesen und Schreiben am Ball bleiben“. Foto: Philipp Schulze
    Horst Hrubesch
  • Die Schauspielerin Anna Thalbach liest im Bildungsforum Potsdam zum Weltalphatag 2014. Foto: K. Wartenberg
    Anna Thalbach
  • Die Potdamer Grundbildungsbeauftragte informiert zum Weltalphatag 2014 zu funktionalem Analphabetismus. Foto: D. Melzer
    Weltalphatag in Potsdam
  • Die Bürgermeisterin der Stadt Kaiserslautern und der lokale Grundbildungsbeauftragte präsentieren die Infobroschüre zu funktionalem Analphabetismus. Foto: Pressestelle der Stadt Kaiserslautern
  • Die Handreichung „Kommunale Grundbildungsplanung“ berichtet von den Erfahrungen der drei Modellstandorte auf ihrem Weg zur kommunalen Strategie. Foto: Katharina Reinhold
    Handreichung Kommunale Grundbildungsplanung

Vorgehen

Kommunen wurden sowohl als Ansprechpartner/-innen für Bürger/-innen als auch als große regionale Arbeitgeber in den Blick genommen. Durch die Beteiligung von Modellstandorten mit unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen (Potsdam als Großstadt, Kaiserslautern als mittelgroße Stadt und Uelzen als Landkreis) wurden verschiedene Ansätze der Grundbildungsförderung erarbeitet.

In der überregionalen Zusammenarbeit wurden diese in eine Gesamtstrategie überführt. Drei Transferkommunen (Landkreis Uckermark, Landkreis Heidekreis und Andernach) prüften die Übertragbarkeit, indem sie Elemente der Gesamtstrategie in ihrem spezifischen regionalen Kontext anwendeten.

Ergebnisse

  • Mit der Handreichung „Kommunale Grundbildungsplanung. Strategieentwicklung und Praxisbeispiele“ wurde ein Instrument für Akteure der Bildungslandschaft entwickelt, das in gedruckter Form und online Bausteine und konkrete Materialien für eine kommunale Grundbildungsstrategie zur Verfügung stellt. Aus den Erfahrungen der Modellstandorte wurden hier Handlungsempfehlungen für andere Kommunen abgeleitet und dargestellt.
  • Die Projektkoordinatoren an den Modellstandorten entwickelten Strategien und Argu­mente, um die kommunalen Spitzen in Politik und Verwaltung davon zu überzeugen, eine Grundbildungsplanung zu initiieren und nachhaltig zu verankern. Das Vorgehen ist in der Handreichung für andere Kommunen dargestellt.
  • Es wurde ein Fortbildungskonzept zur Sensibilisierung „Funktionale Analphabet/-innen erkennen, ansprechen und informieren“ entwickelt, erprobt und evaluiert, das kommunalen Beschäftigten in fünf Unterrichtseinheiten Fakten und Hintergrundwissen zu Funktionalem Analphabetismus und Übungen zum Ansprechen von betroffenen Personen vermittelt. Da die Teilnehmer/-innen am meisten profitieren, wenn die Fortbildung an ihre konkreten Arbeitsbedingungen angepasst ist, wurden Varianten des Fortbildungskonzeptes für die Zielgruppen Kita- und Schulmitarbeiter/-innen, Jobcenter-Mitarbeiter/-innen und Beschäftigte der Abfallwirtschaft erarbeitet und auf www.grundbildung.de sowie auf www.dvv-fobi.de kostenlos zur Verfügung gestellt.
  • Es wurde ein deutschlandweiter Pool an Trainer/-innen ausgebildet, die die Fortbildung kompetent durchführen können. Die Kontaktdaten der Trainer/-innen können über die entsprechenden VHS-Landesverbände angefragt werden.
  • Die Modellstandorte sammelten Erfahrungen und Argumente, um arbeitsplatzorientierte Grundbildungskurse bei kommunalen Arbeitgebern durchzuführen. In Zusammenarbeit mit den gewonnenen Arbeitgebern, wie etwa dem kommunalen Klinikum in Potsdam oder dem Adam Opel Werk in Kaiserslautern, wurden Konzepte für arbeitsplatzorientierte Grundbildungskurse entwickelt und erprobt. Ein Beispiel-Konzept ist in der Handreichung abgedruckt.
  • In den drei Modellstandorten wurden Strategien zur Öffentlichkeitsarbeit entwickelt und erprobt. Dabei wurden prominente Projektpaten, wie etwa der ehemalige Fußballnationalspieler Horst Hrubesch, zur Unterstützung des Projektes gewonnen. Außerdem entstanden ausführliche Informationsbroschüren mit Hintergrundwissen zu funktionalem Analphabetismus und einer Übersicht über die Lernangebote vor Ort, die zum Beispiel in Arztpraxen oder Schulen verteilt wurden. Des Weiteren entstand eine Checkliste, die bei der Veranstaltungs-Organisation zum Beispiel zu den Weltalphatagen genutzt werden kann. Sie ist in der Handreichung veröffentlicht.
  • Erste Erfahrungen, die an den Modellstandorten entwickelten Strategien auf weitere Kommunen zu übertragen, wurden durch drei sogenannte „Transferkommunen“ (Landkreis Heidekreis, Landkreis Uckermark, Stadt Andernach) gemacht. Sie kamen mit kommunalen Spitzen über eine Grundbildungsplanung ins Gespräch und führten Sensibilisierungen für Beschäftigte der Kommunen nach dem Muster des entwickelten Fortbildungskonzeptes durch.

Fachtagung

Die Ergebnisse und Erfahrungen aus drei Jahren Arbeit im Projekt AlphaKommunal wurden an einer Fachtagung am 6. Mai 2015 im Universitätsclub Bonn unter dem Titel „Gemeinsam für Grundbildung – Wie machen wir Kommunen fit?“ vorgestellt und mit etwa 70 Vertreter/-innen von Volkshochschulen und Kommunen diskutiert. Die Tagungsdokumentation enthält die Vorträge und Workshops zum Download.

Förderung

Das Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01AB12015 gefördert.

Bundesministerium für Bildung und Forschung
telc
Ich will lernen.de
Ich will Deutsch lernen
Alfa Telefon
Winterfest