Das DVV-Rahmencurriculum Schreiben

Mit dem Rahmencurriculum Schreiben hat der DVV erstmals einen auf den Alpha-Levels sowie auf Kompetenzstufen des Lesens und Schreibens basierenden Unterrichtsleitfaden vorgelegt.

Im Folgenden finden Sie die Muster-Aufgabenblätter. Die Aufgaben sind nach Alpha-Levels sortiert, zu jeder Kompetenz finden Sie eine Erarbeitungs- und eine Übungsaufgabe sowie Hinweise und Lösungen.

Sie möchten eine Kompetenz mit Kursteilnehmern und -teilnehmerinnen unterschiedlicher Alpha-Levels erarbeiten? Unter „Spiralcurriculum“ finden Sie alle Aufgaben, die dasselbe Thema behandeln.

Alpha-Level 1

Kompetenz 1: Ziffernschreibweise

Zahlen sind als logographische Zeichen in ihrer Bedeutung einfacher zu erfassen als die abstrakten Grapheme, daher wird mit ihnen begonnen.

Erarbeitungsaufgabe [pdf, 93 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 100 KB]

Übungsaufgabe [pdf, 47 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 74 KB]

Übungsaufgabe II [pdf, 708 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 416 KB]

Kompetenz 2: Phoneme und Grapheme identifizieren und unterscheiden

Die Kompetenz sichert das Grapheminventar: 

Vokalbuchstaben: <a, e, i, o, u,ä, ö, ü>

Diphthongbuchstaben: <au, ei, eu>

Konsonantenbuchstaben: <b, d, g, p, t, k, h, j, f, w, s, z, m, n, l, r>

Affrikatabuchstaben <pf, z, tsch>.

Da zur Verschriftlichung der Laute die Unterscheidung in Majuskel (Großbuchstabe) und Minuskel (Kleinbuchstabe) gehört, wird diese Kompetenz von Anfang an thematisiert. Dabei darf man den Kursteilnehmerinnen bzw. Kursteilnehmern Schrifterfahrungen unterstellen, die den Unterschied im Zeicheninventar kennen, wenngleich er auch nicht bewusst verarbeitet sein wird.

Erarbeitungssaufgabe [pdf, 479 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 356 KB]

Übungsaufgabe [pdf, 124 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 246 KB]

Übungsaufgabe II [pdf, 910KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 419 KB]

Kompetenz 3: Offene erste, betonte Silben

Kompetenz 4: Offene zweite (unbetonte) Silbe

Dies sind lautlich die einfachsten Wörter, mit denen begonnen wird. Sie dienenv. a. der Festigung des alphabetischen Prinzips auf Silbenbasis.

Kompetenz 5: Schwa in zweiten Silben (Reduktionssilben)

Der Blick wird auf die unbetonten zweiten Silben eines Trochäus aus betonter und unbetonter Silbe als der prototypischen Form für das Deutsche gelenkt.

Kompetenz 6: Stimmhafte/weiche Plosive als Anfangsrand erster, betonter Silben

Kompetenz 7: Stimmhafte/weiche Plosive als Anfangsrand zweiter, unbetonter Silben

Arbeitsblatt

Die Kompetenz wird dahingehend ausgebaut, dass nun die (stimmhaften) Plosive als Eröffnung der zweiten Silbe behandelt werden.

Kompetenz 8: Besondere Schreibungen (Lern-/Merkwörter) – Funktionswörter I

Arbeitsblatt

Von Anfang an gehört zum Schreiben, dass nicht nur Inhaltswörter, sondern auch die Funktionswörter, die wegen ihrer Häufigkeit die Tendenz zur „Sparschreibung“ haben, geübt werden.

Regelgeleitet wird z. B. /i:/ mit <ie> wiedergegeben, aber in wir, mir, dir erscheint es nur als <i>; damit sind solche Wörter kurz und folgen dem Zipf’schen Gesetz, wonach Häufigkeit und Kürze korrespondieren, zudem sind sehr viele Funktionswörter dreigliedrig (der, die, das, sie, wir, mir, dir…); dazu gehört auch ihn, ihr, ihm…, bei denen die Sonderschreibung <ih>, die es sonst nicht mehr gibt, auffällt.

Kompetenz 9: Besondere Schreibungen (Lern-/Merkwörter) – Großschreibung (Eigennamen)

Aufgabenblatt

Mit der Großschreibung der Eigennamen wird ein neues Kapitel der Orthographie eröffnet. Neben der Großschreibung kommt auch „schauen und merken“ hinzu, da Eigennamen in ihrer Phonem-Graphem-Korrespondenz gewöhnlich singulär sind: Yves, Mayer, Bayern, Liechtenstein, Rhein…

Erarbeitungsaufgabe [pdf, 47 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 49 KB]

Übungsaufgabe [pdf, 100 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 46 KB]

Übungsaufgabe II [pdf, 1.0 MB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 423 KB]

Kompetenz 10: Regelbereich: Großschreibung (Satzanfang)

Aufgabenblatt

Die Großschreibung bei Eigennamen wird hier ergänzt durch eine zweite grundlegende Fähigkeit im Bereich der Großschreibung, die des Satzanfanges als besonderer Auszeichnung für den Leser. Abgesehen von Überschriften und den ersten Sätzen eines Textes gehört zu dieser Kompetenz auch die Kenntnis des Punktes.

Erarbeitungsaufgabe [pdf, 56 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 28 KB]

Übungsaufgabe [pdf, 35 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 25 KB]

Übungsaufgabe II [pdf, 712 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 415 KB]

Kompetenz 11: Schreibung eines Datums (Ziffern und Monatsnamen)

Aufgabenblatt

Zu den Basiskompetenzen gehört das Schreiben eines Datums, wobei Weltwissen (7 Tage, 12 Monate) dazugehört, die Schreibweise in Ziffern und bei den Monaten auch in Worten. Insofern wird hier L1/K1 wiederaufgenommen.

Erarbeitungsaufgabe [pdf, 41 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 37 KB]

Übungsaufgabe [pdf, 34 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 79 KB]

Übungsaufgabe II [pdf, 793 KB]

Hinweise und Lösungen [pdf, 427 KB]

Kompetenz 12: Schreibung von Standardanreden

Alpha-Level 2

Kompetenz 1: Besondere Schreibungen (Eigennamen) – Großschreibung (Anschrift)

Kompetenz 2: Besondere Schreibungen (Eigennamen) – Großschreibung (komplexe Eigennamen)

Steigerung der Komplexität (Konsonantencluster) gegenüber Kompetenz 1.

Für die Kompetenzen L1/K9, K11-12 sowie L2/K1 gilt: Es geht hier nicht um orthographische Regelmäßigkeiten, die zu erlernen wären, sondern um grundlegende Schriftsprachkenntnisse, vor allem um das Schreiben eines Briefes.

Sofern hier wiederum Regelmäßigkeiten wirken, wie z. B. die Groß- und Getrenntschreibung von Straßennamen auf – er, die von einem geographischen Namen abgeleitet sind (Straßburger Str.), kann man sie erwähnen, aber sie sind nicht Inhalt dieser Kompetenzen. Vielmehr sollen Namen von Personen, Orten, Straßennamen (bei L1/K12 auch die Anrede) als ganzer Komplex wie die Merkwörter gelernt werden. Das bedeutet, dass das Hinschauen und genaue Abschreiben sowie die Kontrolle des Abgeschriebenen im Zentrum der Erarbeitung und der Übung liegen. 

Kompetenz 3: Frikative

Laute sind nicht einfach Laute. Von den Konsonanten sind die sogenannten Sonoranten /m,n,l,r/ leichter zu erfassen als Frikative und Plosive (s. K4).

In der traditionellen Rechtschreibdidaktik unterscheidet man immer zwischen Wortanfang und Wortinnern. Das wird hier ersetzt durch Wortanfang und Silbenanfang; z. B. /f/ als Wortanfang: Farbe und /f/ im Wortinnern als Silbenanfang Kä|fer.

Kompetenz 4: Stimmlose/harte Plosive

Im Gegensatz zu Sonoranten und Frikativen haben Plosive keine Dauer; daher sind sie sehr schwer zu diskriminieren und sind gemeinhin didaktisch erst am Schluss der Laute zu behandeln. Hinzu kommt, dass im Süddeutschen statt stimmhaft/stimmlos eher lenis (weich)/fortis (hart) herrscht.

Kompetenz 5: Komplexer Anfangsrand I

Für das Deutsche sind komplexe Anfangsränder (ebenso komplexe Endränder) charakteristisch. Damit ist gemeint, das vor (bzw. nach) einem Vokal oder Diphthong mehrere Konsonanten stehen können. (Ganz anders z. B. das Türkische oder Japanische, die als Anfangsrand nur einen Konsonanten kennen. Für Kursteilnehmer/-innen mit derartigen sprachlichen Hintergründen treten hier besondere Schwierigkeiten auf, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen). Bei den in der Kompetenz genannten Anfangsrändern kommt hinzu, dass der Laut [ʃ] mit drei Buchstaben wiedergegeben wird <sch>, die zusammen ein Graphem bilden.

Kompetenz 6: Besondere Schreibungen (Lern-/Merkwörter: Funktionswörter II)

Das Repertoire der in L1/K8 eingeführten Funktionswörter wird erweitert (Präposition, bzw. Verbpartikel, Konjunktion, Pronomen bzw. Artikelwort). Wenn man die oben genannten Funktionswörter auch über Regeln erklären kann, brauchen sie wegen ihrer Häufigkeit dennoch eine verstärkte Übung, damit sie als Ganzheiten ohne besonderes Nachdenken geschrieben werden können.

Kompetenz 7: Großschreibung (Konkreta I)

Zum ersten Mal wird über die Laut-Buchstaben-Beziehung hinausgegangen und mit der Substantivgroßschreibung ein typisch deutsches Schriftphänomen fokussiert. Dabei gelten die Konkreta im Erwerb als wenig problematisch. Schwieriger ist die Großschreibung der Abstrakta (die Freiheit) und vor allem die bei Nominalisierungen (das Wandern). Didaktisch ist darauf zu achten, dass nicht nach einem Artikel großgeschrieben wird, sondern das Bezugswort zum Artikel wird großgeschrieben.

Kompetenz 8:Regelbereich: Satzschlusszeichen: Punkt/Satzanfang

Großschreibung bedeutet besondere Auszeichnung durch einen Großbuchstaben (Majuskel). Die Substantivgroßschreibung hilft so bei der Inhaltserschließung eines Satzes; die Großschreibung am Anfang eines Satzes hilft zusammen mit dem Punkt, Anfang und Ende eines Satzes zu markieren.

Kompetenz 9: Besondere Schreibungen (Lern-/Merkwörter: Textbaustein vor-)

Alle Wörter mit <v> sind Merkwörter, da man den Buchstaben <v> nicht durch eine Phonem-Graphem-Korrespondenz erhält. Vielmehr muss man wissen, wann ein <v> steht. Zu den prominentesten Beispielen gehört der vorangestellte Wortbaustein vor-. Erkennt man die Lautfolge /for/ als vorangestellten Wortbaustein (oder als Präposition), dann allerdings steht die Schreibung mit <v> fest.

Alpha-Level 3

Kompetenz 1: Grundlegende Fähigkeiten 5 (Komplexer Anfangsrand II)

Kompetenz 2: Regelbereich: Großschreibung (Konkreta II)

Kompetenz 3: Funktionswörter III

Kompetenz 4: Besondere Schreibungen (Wörtern mit v [viel]; ob, weg, und)

Mit vor- wurde bereits auf L2/K9 eine Schreibung mit <v> vorgestellt, jetzt steht ein weiteres prominentes Wort mit -<v> im Mittelpunkt.

Kompetenz 5: Regelbereich: Satzschlusszeichen (Fragezeichen)

Bislang ist mit dem Satzanfang (L2/K8) auch der Punkt angesprochen worden; jetzt kommt als weiteres Satzschlusszeichen das Fragezeichen, das sowohl einen Satzschluss als auch eine Fragehandlung markiert, dazu.

Kompetenz 6: Grundlegende Fähigkeiten 6 (Silbenzerlegung: geschlossene Tonsilben)

Kompetenz 6 ist eine Vorübung zum Regelbereich Kompetenz 7 bis Kompetenz 9. Geübt wird ein weiteres Mal die Silbenzerlegung, wobei jetzt geschlossene Silben, also kurze betonte Silben im Vordergrund stehen.

Kompetenz 7: Auslautverhärtung

Mit der Auslautverhärtung werden zum ersten Mal auf basale Fähigkeiten im Phonem-Graphem-Bereich Regeln angewandt; Wörter werden durch eine Verlängerung in eine Wortfamilie gestellt und so wird die korrekte Schreibung hergeleitet.

Kompetenz 8: Konsonantenbuchstabenverdoppelung bei Einsilbern

Im Grundsatz funktioniert die Buchstabenverdoppelung bei Einsilbern (Ball) nicht anders als die Auslautverhärtung. Durch Verlängerung wird auf Silbenbasis die korrekte Schreibung erzeugt.

Kompetenz 9: Konsonantenbuchstabenverdoppelung bei grammatischen Formen

Die Erschwernis gegenüber K8 besteht darin, dass nun an den Einsilber auch noch eine grammatische Endung angehängt wird. Diese muss man zuerst isolieren und dann den so erhaltenen Stamm verlängern.

Alpha-Level 4

Kompetenz 1: Schreibung von /i:/

Die Kursteilnehmer/-innen erweitern ihre Kenntnisse im grundlegenden Graphem- Phonem-Korrespondenz-(GPK-)Bereich; eine besondere Schreibung ist /i:/ → <ie>, also die Wiedergabe eines langen i-Lautes durch zwei Buchstaben.

Kompetenz 2: Schreibungen ck und tz

Die Kursteilnehmer/-innen erweitern ihre Kenntnisse im grundlegenden Graphem- Phonem-Korrespondenz-Bereich hinsichtlich kurzer betonter Silben und achten auf <kk> bei der Silbengliederung → <ck> bzw. …t|z… → <tz>. 

Kompetenz 3: Schemakonstanz (Partizipia auf -nd)

Fortsetzung von L3/K7 mit Fokussierung von Partizipia I, die auf -nd enden. Zur korrekten Schreibung müssen sie verlängert werden.

Kompetenz 4: Schemakonstanz bei Getrennt- und Zusammenschreibung

Im Vordergrund steht weniger die Getrennt- und Zusammenschreibung als vielmehr die Erhaltung aller Buchstaben an der Zusammensetzungstelle.

Kompetenz 5: Grundlegende Fähigkeiten (s-Laute)

Die s-Laute gehören unter orthographischen Gesichtspunkten zu den schwierigsten Lauten. Daher wird dieser GPK-Bereich erst auf Level 4 behandelt. Nicht schwierig ist allerdings die Schreibung von stimmhaftem /z/, sofern es überhaupt gesprochen wird. Hilfreich sind Wortfamilien (geflossen – fließen).

Kompetenz 6: Stummes h (Dehnungs-h)

Stummes <h> im Stamm von Wörtern, manchmal auch Dehnungs-h genannt, ist idiosynkratisch. Wörter, die im Stamm ein stummes <h> aufweisen, sind gesondert zu lernen.

Kompetenz 7: Wortbaustein ver-

Kompetenz 8: Zusammenschreibung: Wortzusammensetzungen

Bei der Zusammenschreibung muss beachtet werden, dass zwei Lexeme, die grundsätzlich auch (in anderen Kontexten) alleine stehen könnten, zusammengeschrieben werden und nun unter einem Artikelwort stehen, das sich stets auf das Grundwort (= den letzten Stamm der Zusammensetzung) bezieht.

Kompetenz 9: Zusammensetzung (Zusammensetzung mit Fuge)

Besondere Zusammensetzungen sind solche, bei denen die Zusammensetzungsstelle mit einem sog. Fugenelement gefüllt ist. Grundsätzlich verweist ein Fugenelement auf eine Zusammenschreibung.

Kompetenz 10: Regelbereich: Großschreibung (Abstrakta)

Kompetenz 11: Regelbereich: Interpunktion: reihendes Komma

Bundesministerium für Bildung und Forschung
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